Eine halbmondförmige Bucht, eingerahmt von Pinienwäldern, eine venezianische Festung auf den Felsen, römische Mosaike versteckt zwischen Olivenhainen und Strände, die diejenigen belohnen, die bereit sind, ein wenig weiter zu gehen — Petrovac ist die ruhigere, gelassenere Seite der montenegrinischen Riviera.
Achtzehn Kilometer südlich von Budva liegt Petrovac na Moru in einer sanften Halbmondbucht an der Budva-Riviera und bietet etwas, womit sein lauteres Nachbarstädtchen zunehmend zu kämpfen hat: ein wirklich entspanntes Tempo. Es ist eine kleine Stadt — kompakt genug, um sie in zwanzig Minuten von einem Ende zum anderen zu Fuß zu durchqueren — doch mit einer überraschenden Tiefe des Charakters, von ihrer römischen Vergangenheit bis zu ihrer kuriosen Auszeichnung als erste kommunistische Gemeinde an der Adria. Für Familien, für alle, die Strände ohne Nachtclubs suchen, und für jeden, der lieber irgendwo ankommt und sich einfach niederlässt, ist Petrovac einer der stillsten und befriedigendsten Orte an der montenegrinischen Küste.
Die Stadt und die Promenade
Das Herz von Petrovac ist seine von Pinien beschattete Strandpromenade, die sich entlang des Hauptstrandes erstreckt und zur kleinen venezianischen Festung Kastio an der nördlichen Spitze der Bucht führt. Die Festung stammt aus dem 16. Jahrhundert und thront auf einem Felsvorsprung über dem Hafen — mit einigen der schönsten Ausblicke auf diesen Küstenabschnitt, besonders bei Sonnenuntergang, wenn die zwei kleinen Inseln Sveta Nedjelja und Katič wie Silhouetten vor dem offenen Meer liegen. Der Eintritt zur Festung ist frei. Entlang der Promenade markiert das Gedenkhaus der Roten Kommune eines der ungewöhnlichsten Kapitel in Petrovacs Geschichte: 1920 gewannen die lokalen Kommunisten hier die Gemeinderatswahlen und machten Petrovac zur ersten kommunistischen Gemeinde an der Adria. Das Gebäude fungiert heute als kleines Museum, Kunstgalerie und Kulturzentrum.
Römische Mosaike
Versteckt zwischen den Olivenhainen, einen kurzen Spaziergang vom Strand entfernt, ist Petrovacs römische Ausgrabungsstätte leicht zu übersehen und einen Besuch wert. Die 1902 ausgegrabenen Ruinen umfassen die Überreste einer römischen Villa und einen Mosaikboden von etwa zehn mal fünfzehn Metern, verziert mit geometrischen und figürlichen Motiven. Die Stätte stammt aus dem 4. Jahrhundert und bietet eine greifbare Verbindung zur langen vorslavischen Geschichte dieses Küstenabschnitts. Der Weg zu den Ruinen beginnt gegenüber der Kirche des Heiligen Thomas, einer Kirche aus dem 14. Jahrhundert im oberen Teil der Stadt.
Strände
Der Hauptstadtstrand erstreckt sich etwa 800 Meter entlang der Bucht — eine Mischung aus Sand und feinem Kies, dahinter die Promenade mit ihren Restaurants und Bars. Er ist gut ausgestattet und familienfreundlich, mit flachem Einstieg ins Wasser, füllt sich aber im Juli und August beträchtlich. Wer etwas Ruhigeres sucht, findet den Lučice Beach — eine 250 Meter lange Bucht mit weichem beigefarbenem Kies, eingebettet in Pinienwald südlich der Hauptbucht — nach einem kurzen Küstenspaziergang und ist dort stets ruhiger. Weiter südlich ist Perazića Do ein breiterer, wilderer Strand, erreichbar über einen malerischen 40-minütigen Küstenpfad oder eine kurze Autofahrt, mit türkisfarbenem Wasser und deutlich weniger Besuchern selbst in der Hochsaison. Zwischen Petrovac und Perazića Do liegt eine kleine Bucht mit roten Kieselsteinen, die nur per Boot oder Kajak vom Hafen aus zugänglich ist und vielleicht das abgeschiedenste Schwimmen an diesem Küstenabschnitt bietet.
Ausflüge
Petrovacs zentrale Lage macht es zu einem praktischen Ausgangspunkt für die Umgebung. Budva ist 20 Minuten nördlich mit dem Auto, Sveti Stefan in ähnlicher Entfernung, und das Dorf Virpazar am Ufer des Skadar-Sees ist in etwa 30 Minuten erreichbar. Das Kloster Reževići, ein mittelalterliches orthodoxes Kloster im Wald wenige Kilometer südlich der Stadt, eignet sich für einen angenehmen kurzen Ausflug zu Fuß oder mit dem Auto. Vom Hafen aus starten auch regelmäßig Bootstouren zu nahegelegenen Stränden und Küstenhighlights.
Anreise
Petrovac wird von regelmäßigen Buslinen zwischen Budva und Bar bedient, mit Verbindungen nach Podgorica. Die nächsten internationalen Flughäfen sind Tivat, etwa 40 Kilometer nördlich, und Podgorica, rund 50 Kilometer im Landesinneren. Mit dem Auto ist die Stadt aus beiden Richtungen problemlos über die Küstenstraße erreichbar.
Anreise
Vom Flughafen Podgorica
50 km
ab €55 mit Limousine
Vom Flughafen Tivat
39 km
ab €60 mit Limousine


